Joerg Mandernach - Visual Artist, Kuenstler, Maler, Grafiker, Stuttgart

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Zu meiner Arbeit

Seit fast 25 Jahren arbeite ich als Zeichner, Druckgrafiker und Maler. Seit 1998 erforsche ich die Möglichkeiten, Zeichnung und Malerei über die Fläche hinaus in den Raum hin zu erweitern.
In Ausstellungen, die oft als Gesamtinstallation aufgebaut sind, können die Raumzeichnungen und -malereien von raumhohen Papierschnitten und Trickfilmprojektionen überlagert werden.

Ich verwende in meiner Arbeit außer eigenen Skizzen, die aus meinem unmittelbaren Erleben heraus entstanden sind, auch Bilder, die bereits medial vermittelt wurden, Bilder, die für mich aus scheinbar unverbundenen oder sich sogar widersprechenden visuellen Parallelwelten zu stammen scheinen.
Ich übersetze das vorgefundene Material grafisch oder malerisch, um zu probieren, ob es sich so in ein für mich neues formal und inhaltliches Beziehungsgeflecht ordnen lässt. 

Die aktuell vorherrschenden Motive umkreisen die Frage nach Wahrnehmung und Wandelbarkeit von Identität und der damit einhergehenden Metamorphosen.
Eine Frage die sich heute mehr denn je stellt aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und allgemeiner Verfügbarkeit unterschiedlichster Rollenbilder oder Images, der Omnipräsenz sozialer Netzwerke, zunehmendem Konformitätsdruck und der aktuellen Genderdiskurse. Im realen und virtuellen Raum, zwischen Abklatsch, Inszenierung und vermeintlicher Authentizität stehen uns heutzutage scheinbar alle Türen offen auf der Suche nach einer eigenen Identität.
Zurzeit arbeite ich an einer Reihe kleinformatiger Cut Outs, die ich aus Magazincovern ausschneide (ich nenne sie Coverschnitte). Die ausgewählten Magazine (Vogue, Rolling Stone, inter/View, etc.) bieten schon aufgrund des Identifikationspotentials der Covermodels zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Fragestellung.
Sowohl durch Übermalen und Überschreiben mit eigenen Texten als auch durch das Wegschneiden großer Teile der Cover versuche ich die ursprünglichen Motive aus ihrer stereotypen Verpuppung zu befreien. Die geschlossenen Flächen der Cover lösen sich auf - gleichzeitig werden die übermalten Teile und Texte hervorgehoben. Vergehen und Werden stehen sich gegenüber.

Die Raumzeichnungen und Raummalereien werden im Wesentlichen während des Arbeitsprozesses und in Bezug auf die Bedingungen des Raums entwickelt. Mich interessiert am raumbezogenen Arbeiten z.B., wie sich die Bewegung der Betrachter im Raum im Hinblick auf eine sich verändernde Wahrnehmung des Bildes einbeziehen lässt.
Zum einen dadurch, dass Bildfragmente auf Wände, Vorsprünge oder Säulen so verteilt werden, dass sich je nach Wechsel des Betrachter-Standpunkts im Raum, unterschiedliche Überschneidungen und Gesamtbilder ergeben.
Zum anderen dadurch, dass einzelne Motive, als Anamorphose ausgeführt, sich von zunächst abstrakt anmutenden Bildbestandteilen zu etwas gegenständlich Lesbarem verwandeln.

Jörg Mandernach

On My Work

I connect media in various groups of works: from small sketch-like objects (for example, the object group “die andere Baustelle” – “the other construction site”) and small-format works on paper (for example, the series: “aus dem Zettelkasten” – “from the file box”) through large-format pictures (for example, the encaustic series “Sedimente” – “Sediments”) to room drawings.

Works from my other work groups can thereby overlay expansive flat and linear motifs painted or drawn directly on a wall, ceiling, or floor.

What interests me in my room-oriented works is, on the one hand, to turn architectonic conditions into a component of the pictorial network. On the other hand, I also find an interactive aspect interesting: in the newer room drawings, the viewer can assemble the same picture fragments into different overall pictures by changing his position in the room.

I often take inspiration for my work from my file box, where I collect my own sketches and photos, as well as various found pictures, from those torn from periodicals through Internet images to still shots from films.

My work gives me the chance to respond to the flood of images that pours over me.

 

I try to interpret in graphic art, in drawings, and in paintings the unconnected images that often exist in seemingly parallel worlds; I transpose them into a web of relations that, for me, is new in form and content and possibly poetic, as well.

One of the things that interests me thereby is how this procedure can release pictures (or images), which are usually already mediated, from their often “clichéd concealment” (1) so that they might take on an original, surprising character again.

 

Jörg Mandernach

Translation: Mitch Cohen