Joerg Mandernach - Visual Artist, Kuenstler, Maler, Grafiker, Stuttgart

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Zu meiner Arbeit

Ich verwende in meiner Arbeit ausser eigenen Skizzen, die aus meinem unmittelbaren Erleben heraus entstanden sind, auch Bilder, die bereits medial vermittelt wurden, Bilder, die für mich aus scheinbar unverbundenen oder sich sogar widersprechenden visuellen Parallelwelten zu stammen scheinen.
Ich übersetze das vorgefundene Material grafisch oder malerisch, um zu probieren, ob es sich so in ein für mich neues formal und inhaltliches Beziehungsgeflecht ordnen lässt.  
Mich interessiert dabei unter anderem, wie sich Medienbilder (bzw. Images) aus ihrer oft klischeehaften Verpuppung lösen lassen und womöglich wieder einen ursprünglichen, überraschenden Charakter bekommen.

Einen besonderen Stellenwert hat für mich die Arbeit an den Raumzeichnungen.

Obwohl ich diese ortsspezifischen Arbeiten als Raumzeichnung benenne, lege ich bei der Ausführung doch Wert auf malerische Aspekte.
Sei es, dass ich direkt und zügig mit lesbarem Gestus auf die Wand male oder sei es, dass ich Klebestreifen nicht einfach nebeneinander setze, um möglichst effizient eine Fläche zu füllen, sondern sie bewusst so geschichtet anbringe, dass  sie - vergleichbar mit einem sichtbaren Pinselduktus - wie eine malerische Formulierung wahrgenommen werden können.
Die raumbezogenen Arbeiten entstehen oft direkt vor Ort und aus dem Moment heraus.
Diese direkte Orts- und Momentbezogenheit gibt mir Möglichkeit zur Improvisation, bei der es auch um die spontane Kombination von freihändig gezeichneten mit vorbereiteten projizierten Teilen geht.

Die Erweiterung des Bildes von der Fläche in den Raum öffnet mir neue künstlerische Forschungsfelder. Zum Beispiel was das Thema der Werkpartizipation der Betrachterin, des Betrachters betrifft.
Mich interessiert, wie sich die Bewegung der Betrachter im Raum im Hinblick auf eine sich verändernde Wahrnehmung des Bildes einbeziehen lässt.

Beispielsweise lassen sich immer wieder neue Gesamtbilder zusammensetzen, indem einzelne Bildfragmente auf Wände, Vorsprünge oder Säulen verteilt werden und sich dadurch, je nach Wechsel des Betrachter-Standpunkts im Raum, unterschiedliche Überschneidungen ergeben.
Oder dadurch, dass einzelne Motive, als Anamorphose ausgeführt, sich von zunächst abstrakt anmutenden Bildbestandteilen zu etwas gegenständlich Lesbarem verwandeln.

Und nicht zuletzt bietet die Überschreitung der Grenze zwischen Fläche und Raum eine Erweiterung der Möglichkeiten mit den Mitteln der Malerei und Zeichnung die Beziehung von Bild- und Realraum zu befragen.


Jörg Mandernach

On My Work

I connect media in various groups of works: from small sketch-like objects (for example, the object group “die andere Baustelle” – “the other construction site”) and small-format works on paper (for example, the series: “aus dem Zettelkasten” – “from the file box”) through large-format pictures (for example, the encaustic series “Sedimente” – “Sediments”) to room drawings.

Works from my other work groups can thereby overlay expansive flat and linear motifs painted or drawn directly on a wall, ceiling, or floor.

What interests me in my room-oriented works is, on the one hand, to turn architectonic conditions into a component of the pictorial network. On the other hand, I also find an interactive aspect interesting: in the newer room drawings, the viewer can assemble the same picture fragments into different overall pictures by changing his position in the room.

I often take inspiration for my work from my file box, where I collect my own sketches and photos, as well as various found pictures, from those torn from periodicals through Internet images to still shots from films.

My work gives me the chance to respond to the flood of images that pours over me.

 

I try to interpret in graphic art, in drawings, and in paintings the unconnected images that often exist in seemingly parallel worlds; I transpose them into a web of relations that, for me, is new in form and content and possibly poetic, as well.

One of the things that interests me thereby is how this procedure can release pictures (or images), which are usually already mediated, from their often “clichéd concealment” (1) so that they might take on an original, surprising character again.

 

Jörg Mandernach

Translation: Mitch Cohen